insideAR 2013

Letzte Woche hatte ich dank Brandwatch (bei denen ich ein Ticket gewann – juhu) die Chance, die insideAR 2013  zu besuchen. Es war ein Erlebnis, hier die Highlights.

Die Konferenz besteht aus Vorträgen mit ergänzender Ausstellung, die sich wechselseitig ergänzen. Besonders interessant die Hardware, die verschiedentlich zu Demonstrationen genutzt wurde.

  • Oculus Rift: Am Stand von Imagination Technologies (Entwickler und Lizenzgeber z.B. für die bekannten PowerVR Grafikeinheiten für Mobiltelefone) gab es eine Rift angeschlossen an ein Galaxy S2 zu testen. Leider nur die 720p Version. Fazit: Sehr beeindruckender Bildauschnitt, etwas pixelig und bei Kopfbewegungen zog das Bild mit merklicher Latenz nach. Der Aussteller gab die Schuld daran der Brille.
  • Google Glass: Metaio zeigte seine Software in Form einer kleinen App auf Google Glass. In den Motorraum eines Audis wurden Erklärungsmarker eingeblendet und eine kleine Animation wie das Öl nachzufüllen ist. Der Motorraum wurde dabei markerlos erkannt, die AR Einblendungen ruckelten ganz gewaltig aber die Grafikleistung des Gerätes ist nunmal nicht high-end. Beeindruckt hat mich, dass es überhaupt funktioniert – wenn ich es recht erinnere heisst die Version der Software dafür Mirage. Das Display an sich ist winzig klein, furchtbar pixelig und ich musste mich stark konzentrieren um darauf zu sehen. Gleichzeitig das Display anzuschauen und die Umwelt wahrzunehmen war nicht drin. Dafür hab ich auf der insideAR mindest 5 Gäste mit Google Glass rumlaufen sehen. Erstaunlich.
  • Vuzix M100: Am Vuzix Stand gab es dann die M100 zum Ausprobieren. Verglichen mit Google Glass hat die mich wirklich beeindruckt. Die M100 ist nicht see-through sondern hat ein kleines Display, das von der Halterung wie von einem schwarzen Rahmen umgeben ist. AR ist dennoch mit Hilfe der direkt daneben verbauten Kamera möglich. Mit Hilfe eines Posters von einem Hochregallager zeigte der Hersteller eine “Leite mich zu dem Paket” App – die erstaunlich flüssig und präzise funktionierte. Sogar Barcodes auf dem Paket erkannte die App problemlos, der Hersteller iTiZZiMO der Software ist der aus dem SAP Video.

Was gab’s noch?

Die Metaio Software kann jetzt markerloses Tracking auf Basis von Kanten die aus CAD-Modellen generiert werden. Laut Prof. Schreiber von VW, die im Blog bereits erwähnte MARTA Anwendung vorstellte, eine ganz erhebliche Verbesserung der Präzision. VW hat MARTA gleich in das Wartungssystem integriert. Natürlich gab es auch neue Versionen der Metaio Software Suite pünktlich zur Hausmesse, neues Metaio SDK, junaio 5.0 usw. Ein weiteres erwähnenswertes Feature ist Continous Visual Search (CVS), das die Bilderkennung in die Cloud verlagert und es dadurch ermöglicht, unglaublich viele verschiedene Dinge zu erkennen – der Demonstrator waren DVDs die schnell und genau aus einer Datenbank von 10.000 Stk erkannt wurden.

markerless_cad

 

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Des weiteren scheint Metaio jetzt Extend3D Konkurrenz machen zu wollen und zeigte projektive AR mit einer Autotür und ebenfalls markerlosem Tracking.

projektiv

Zu den Demonstrationen gehörte auch eine Probefahrt in einer Mercedes R-Klasse, mit der Daimler den Prototyp einer AR-Navigation demonstrierte. Wie man auf dem Foto gut erkennt, gibt ein Bildschirm in der Mitte des Wagens das Kamerabild (hinter dem Rückspiegel befestigt) angereichert um AR-Elemente wieder. Das System erlaubt ausserdem einem Passagier auf dem hinteren Sitz POIs auf einem separaten Bildschirm anzuschauen. Der Fahrer sagte, das System würde ihn weniger von der Straße ablenken, als beispielsweise ein Navigationsystem, da das Kamerabild ja die Sicht durch die Scheibe wiedergibt.

daimler_navi

Angekommen am SAP Stand gab es eine kurze Diskussion mit dem Standbetreuer, ob das oben erwähnte Konzeptvideo denn so schon funktionieren würde. Eine direkte Antwort blieb er schuldig, dafür wurde mit detailliert erläutert, daß SAP AR lediglich als eine neue Art UI betrachtet und ihre Kompetenzen im Backendbereich sehen. In dem Zusammehang steht auch die Aquisition von Right Hemisphere, nach der ich fragte. Mmmh, ein paar Fragezeichen bleiben.

Weiterhin zu sehen gab es die Audi eKurzinfo App (auf Mobilgeräten), diverse Anwendungen des Metaio Engineers und anderer Metaio Produkte. Daneben fand ich mich am Stand von ConnectAR wieder, ein Unternehmen, das eine Software entwickelt hat mit der einfach Trigger (z.B. QR-Codes, Bilder o.ä.) mit Events verknüpft werden können, beispielsweise Aufruf einer Website, Aufruf eines 3D-Modells und so weiter. Läuft natürlich über Junaio, den AR-Browser von Metaio.

Ein weiteres Highlight der Ausstellung war der Stand von Ball Packaging Europe. Dieser Produzent von Getränkedosen macht Werbung mit Hilfe des Junaio Browsers. Man hält sein Mobilgerät vor die Dose, die wird erkannt und es erscheint in den meisten Fällen ein Bild, z.B. einer Cheerleaderin bei Bavaria Dosen mit dem man sich dann zusammen fotografieren kann. Ich konnte mir kaum vorstellen, das die Idee erfolgreich ist, aber die junge Dame am Stand erklärte mir das es tatsächlich viel genutzt wird, stark abhängig allerdings davon wie gut die Bedienungsanleitung auf der Verpackung integriert wird. So hat es sogar das Sprudeltier, eine wirklich hässliche Kreation zu einiger Berühmtheit gebracht. In diesem Video könnt ihr das anschauen. Sachen gibts.

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Vorträge

Zu den Exponaten gab es jeweils die passenden Vorträge, dazu verständlicherweise viel von Metaio. Interessant war noch der Vortrag über die nächste AREngine, die Umsetzung der aufwendigen Algorithmen in einem Hardwarechip zur Integration in mobile Geräte. Solche gibt es zwar noch nicht, aber Entwicklerboards mit denen man sich von der Leistung des Chips überzeugen konnte.

Als ansonsten lustigster Vortrag ging auf jeden Fall “If not, then yes” von Sander Veenhof über Kunstprojekte mit AR in die Geschichte ein. Seine Seite sndrv.nl zeigt viele Beispiele, in Erinnerung geblieben ist mir besonders die erste AR-Ampel der Niederlande, an der keiner anhält obwohl sie rot ist; das AR-Konzert für ruhige Zonen, bei dem man die Band über das Smartphone sehen und hören konnte und in Wirklichkeit nur ein Marker auf der Bühne stand und die selbstproduzierten Google Glass ohne Funktion. Sehr viele Lacher, zu recht. Er ist auch der Erfinder des Google Glass Screensaver, falls mal nichts los ist ;-).

Das soll es sein, wer mehr wissen will, hier noch ein paar Links zu anderer Berichterstattung.

Update:

  • Metaio berichtet auf ihrem Blog und
  • auf dem Youtube Kanal sind die Demos (wer sich das nach meiner wortreichen Beschreibung nicht so richtig vorstellen kann) 🙂

 

Ingesamt: Schön wars!

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