Gemischte Links 2.5.2013

So, seit vorgestern hat sich wieder ein bisschen was bewegt.

  • Google Glass: Google hat den Source Code des Kernels von Glass zur Verfügung gestellt (Quelle). Hier kann er als Tarball heruntergeladen werden.
    Dank Google Glass Explorer Jay Lee ist jetzt auch bekannt, dass Glass einen OMAP 4430 Prozessor verwendet und 1 GB RAM hat, von dem allerdings nur 682 MB zur Verfügung stehen. (Quelle: Hexus) Ach ja, auch Mashable denkt, das Google Glass die Zukunft ist. Hier ist erklärt warum.
  • Microsoft IllumiRoom: Für das hier bereits vorgesellt Konzept der Erweiterung eines Fernsehers durch Kinect/Projektor gibt es von MS ein neues Demovideo. Spekulationen ob diese Technologie mit der nächsten Xbox 720 zur Verfügung steht oder ob spezielle Spiele dafür entwickelt werden gibt es viele. Gibts auch Anwendungen außerhalb von Spielen? Mir gefallen die Schneeflocken am besten. (Quelle: The Verge)
    [youtube nGGMv9RnJIA]

    Und weil das hier ein Blog (auch) für Wissenschaftler ist, hier das Paper zur Technologie.

Gemischte Links 30.04.2013

Moin moin, hier der Tagesüberblick, was es in der virtuellen Welt wieder Neues gibt.

  • bevor die Consumer Version von Google Glass auf dem Markt ist, schlagen die Hype-Wellen noch höher. So hat die New York Times jetzt eine Glass app herausgebracht, obwohl sie bislang nur die ausgewählten Entwickler benutzen können. Robert Scoble bietet ein flammendes Plädoyer für besagte Brille auf Google+ mit dem Schluß dass er keinesfalls mehr darauf verzichten möchte.  Einen lesenswerten Artikel über die rechtlichen Gefahren solcher Brillen schrieb Thomas Schwenke in seinem I law it Blog.
  • Eine Lösung für Positional Tracking mit dem Oculus Rift (und jeder anderen HMD-Brille) könnte das Immersight System sein. Offensichtlich aus einem Forschungsprojekt der Uni Ulm entstanden, trackt das System die bekannten Marker mit Hilfe einer einfachen Webcam, die Abtastrate soll bei 60 Hz liegen – wirft automatisch die Frage nach der Latenz auf (Quelle: Road to VR). Ben Lang hat sich auch ein handgemachtes Positional Tracking System gebaut, sie aus wie ein abgekanteter Würfel mit LEDs auf allen Flächen, der quasi um ein HMD herum gebaut werden soll. Zur Erkennung dient eine Kamera.
  • 3dfocus hat ein Interview mit Julian Wiliams veröffentlicht, dem Entwickler der Wizdish, dem direkten Konkurrenten des Virtuix Omni.
  • cluetec hat einen AR-erweiterten Messeteilekatalog für ZF entwickelt und zeigt ihn auf der bauma. Interessant.
  • Haptische Interaktion für richtige große Räume bietet der Roboter der IOWA State (ein Haption Virtuose 6D35-45 auf einem Roboter Fahrgestell), hier das Video dazu. Sowas will ich auch!
  • Die Simscale Plattform (Simulation im Broswer) nutzt X3DOM als Frontend Visualisierung für Ihre Anwendung. (Quelle: X3DOM Blog)

Gemischte Links 25.04.2013

  • Es gibt ein Update für das Oculus Rift SDK auf v0.2.1, erhältlich hier
  • die RTT Excite 2013 startet heute, hier ist das Programm
  • Ein japanischer Erfinder möchte einen Google Glass Konkurrenten entwickeln (VR-Zone)
  • Harley Witt hat das Oculus Rift mit einer Webcam kombiniert (Positional Tracking) und dem Leap Motion für die Handerkennung (Road to VR)
    [youtube 2u1QocedNBI]
  • 3dfocus hat einen Artikel über Thalmic Labs, die Enwickler des MYO Interaktionarmbandes
  • Da hat sich jemand ein Positionstracking selbst gebaut, mit Hilfe von Radiowellen im 4 GHz Band, sieht interessant aus allerdings gibt es keine Angaben zu Latenz und Genauigkeit.
  • Das Engineering and Technology Magazine hat einen Bericht über die neuen Vuzix Brillen

Google verbietet Weitergabe und Verkauf seiner Glass Brillen

Zumindest steht das laut Wired in den ToS zu den jetzt ausgelieferten Exemplaren der Explorer Edition. Ansonsten wird die Brille von Ferne deaktiviert, Identitfizierung anhand der Google ID. Warum muss ich an Apple denken?

Bei Software versteh ich das mit dem Mieten ja, aber bei Hardware find ich 1.500 $ Miete für ein (Brillen-) Leben ganz schön viel. Gibt ja auch keine Upgrades dazu.

Hier noch ein interessanter Spiegel Artikel zum Thema.

Blog-Parade: If I had Glass

Gerhard Schröder rief auf zu einer Blog-Parade – Stichwort Google Glass. Nachdem ich gegoogelt hatte, was das eigentlich ist, nachfolgend mein Beitrag.

If I had Glass

Ich würde mir das Produkt wahrscheinlich nicht anschaffen, zumindest nicht zu einem solchen Preis (im Gespräch sind ja Werte von 600 – 1500 €). Wüsste nicht wofür ich es brauche, aber schauen wir uns das mal genauer an.

Von der Hardware ist bekannt, dass Glass eine Kamera enthält (5 MP, 720p), ein per Picoprojektor geworfenes Bild (640×360), 16 GB internen Speicher, Knochenschallaudio und einem Touchpad zur Bedienung an der Brille selbst (Quelle: theverge). Drahtlose Verbindungen sind über Wifi und Bluetooth möglich, außerdem hat es einen GPS Chip eingebaut und wohl auch ein Art von Lage/Beschleunigungssensor, der Kopfbewegungen erkennen kann.  Die Steuerung erfolgt über das Touchpad oder per Sprachsteuerung (Schwerpunkt). Weitere Funktionalität erhält es wohl über die Kopplung mit einem Smartphone. Alles in allem ein beeindruckendes Ensemble Technik in so einem fragilen Gehäuse.

Was Google Glass auf jeden Fall nicht ist, ist eine klassische AR-Brille, die Realweltdaten mit Informationen überblendet. Es ist einfach nur ein Informationsdisplay am Rand des Sehfeldes.

Also wofür könnte es gut sein? Ich würde es jedenfalls nicht für die Anwendungen benutzen, die immer erwähnt werden. Ich muss nicht jederzeit über Twitterfeeds, Facebooknachrichten oder Termine informiert werden, dafür habe ich ja ein Smartphone. Ständig eine Kamera zu tragen ist auch sinnfrei, Videos und Bilder zu erzeugen für den Rest der Welt ist nichts für mich, auch wenn freihändiges Filmen schon Charme hat. Navigation ist eine gute Idee, egal ob es darum geht sich in enem Gebäude oder in einer Stadt zurechtzufinden. Eine Anwendungen, die ich relativ attraktiv finde, ist es die Brille für einen Vortrag zu benutzen. Das Display könnte Stichpunkte anzeigen und verbleibende Zeit. Das könnte ganz nützlich sein. Alle weiteren Anwendungen, die mir durch den Kopf gehen stammen eher aus dem beruflichen Umfeld. Beispielsweise könnte man Servicetechniker unterstützen, indem Informationen eingeblendet werden. Das gekoppelte Smartphone würde eine Verbindung nach Hause ermöglich um beispielsweise das Kamerabild zu übertragen und einen Experten zu Rate zu ziehen. Gibts schon, stimmt aber für diesen Einsatz wäre Google Glass vergleichsweise günstig. Da kann man sich auch mal ein neues Gerät kaufen, wenn das erste in die Maschine fällt.

Für Berufe, bei denen es wichtig ist sofort informiert zu sein – Börsenmakler, Fertigungssteuerung oder Einsatzkräfte vielleicht.

Google Glasses

sind noch gar nicht auf dem Markt und doch schon umstritten.

  • Hardwareluxx berichtet von der App Insight, die anhand der Kleidung Freunde identifizieren soll
  • Eine Seattle dive bar verbietet sie bereits
  • ein Zeit Artikel über die Bedenken hinsichtlich Privatsphäre und Datenschutz
  • gestern und heute
  • und zu guter Letzt noch ein Video – Google Glass zur Date Unterstützung oder so

Alles in allem schonmal viel Hype ohne Produkt.